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Abschrift eines Berichts aus der Siegener Zeitung vom 3. März 1984
Gilsbach - ein altes Dorf im Obergrund

Das Dorf am Oberlauf des Gilsbaches gehört zu den ältesten Siedlungen der Umgebung, denn schon im Jahre 1461 wird es als eine Siedelstätte mit zehn Familien bezeichnet. In dem Verzeichnis der Herbstschatzungen aus dem genannten Jahr werden Tyel Hermenchis son, Hentzelen Hermann, Ile Contze, Johan Orter, Schurgen Henr., Thondis, Hen als Hermenchis son, Gadert Scholle, Welder Hen und Mose Henne aufgeführt. Auch in Urkunden aus den jahren 1476, 1486 und 1489 erscheint Gilsbach in verschiedener Schreibart: Giltzbach, Gilczbach, Giilßbach, Giltzpach. Wie aus einer vom Notar Johannes Irle aufgenommenen Verhandlung vom 23. Dezember 1476 hervorgeht, wird von zwölf vereidigten Zeugen, darunter verschiedene von Gilsbach, ausgesagt, daß zeit ihres Gedächtnisses und nach mündlichen Überlieferungen ihrer Vorfahren alle herrenlos eingezogene Leute im Grunde Selbach dem Grafen von Nassau Ein- und Auszugsgeld sowie Bede gezahlt und Dienste geleistet hätten, und daß diese von anderen herren nicht belastet worden seien.Am 28. Januar 1486 beurkundet Mant von Selbach, daß er seinen Eigenhof zu "Obereb Giilßbach" an den Grafen von Nassau für 180 Gulden verkauft habe, und in einer Urkunde vom gleichen Tage wird der Hof dem Mant von Selbach vom Grafen Johann als Lehen übertragen. Die Stätte, wo einst die Hofgebäude gestanden haben, ist nicht mehr erkennbar, und nur der Umstand, daß in den Urkunden, in denen des Hofes gedacht ist, stets von Obergilsbach die Rede ist, läßt vermuten, daß man sie weit aufwärts zu suchen hat. Während der Hof einging, hat sich die untere Siedlung am Treffpunkt der beiden aus östlicher und nördlicher Richtung ausgehenden Täler ausgebreitet und Laufe der zeit zu einer ansehnlichen Dorfschaft erweitert.
Die Bauart der meist mächtigen, aus starkem Eichengebälk zusammengefügten Fachwerkhäuser und die Zusammenstellung des Dorfbildes lassen auf den ersten Blick erkennen, daß Gilsbach mehr dem Typ einer nassauischen als einer Siegerländer Ortschaft zuneigt.
Auch die Sprache der Bewohner zeigt manche Anklänge an die nassauische Mundart. Die nahe Grenzlinie und die jahrhundertelangen geschäftlichen Beziehungen zum Dilltal lassen dies erklärlich erscheinen.