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Eckdaten

Gilsbach ist mit seinen 740 Einwohnern der zweitkleinste Ort der Gemeinde Burbach. Umgeben von 824,5 ha Wald und Flur, die zum Ort Gilsbach gehören, lieg das Dörfchen nahe dem Drei-Ländereck NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. In einer Urkundenrolle aus dem Jahre 1350 verweist der Name des "Johanne von Gyltzbach gebrudere" erstmals auf das zum Gebiet des Freien Grundes gehörige Dorf Gilsbach. In Urkunden aus dem 15. Jahrhundert, die die Untertanenschaft der Dorfbewohner zu den Grafen von Nassau bezeugen, wird der Ort unter den Bezeichnungen "Giltzbach", "Gilczbach" oder auch "Giltzpach" geführt. Die Erwähnung eines Hofes "Obere Giilßbach" belegt das Vorhandensein einer oberen Siedlung, während in späterer Zeit nur noch die Siedlung unten im Tal Erwähnung findet. Die Bauart der Fachwerkhäuser lässt weniger auf das Erscheinungsbild eines typisch siegerländischen, als auf ein stärker hessisch-nassauisch geprägtes Ortsbild schließen, ein Beleg für enge Beziehungen zum benachbarten Dilltal. Die mittelalterliche Feudalordnung und das fränkische Recht der Erbteilung ließen den Bauern nur begrenzte wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten. In Gilsbach mussten Abgaben an das Rentamt des nassauischen Fürstenhauses und an verschiedene, im Freien Grund ansässige Adlige - in Burbach und Zeppenfeld - geleistet werden. Ein im Jahre 1790 beurkundetes Lagerbuch des Dorfes gibt Aufschluss über die Zersplitterung des bäuerlichen Grundbesitzes noch im 18. Jahrhundert. Etwa 60 % der Feldflur gehörten den Gilsbachern selbst, 22 % waren im nassauischen Besitz und 18 % gehörten den Freien Gründer Junkern. Der Gesamtbesitz der Bauern war in kleinste Parzellen zersplittert und in Folge der Erbteilung so gering, dass die Landwirtschaft in der Regel nur als eine Betätigung neben anderen - insbesondere der Haubergsbewirtschaftung und der Köhlerei - betrieben werden konnte. Im 19. Jahrhundert bot die aufkommende Industrialisierung neue Erwerbsmöglichkeiten, und Gilsbach entwickelte sich zu einem Bergarbeiterdorf. Die Männer des Dorfes fanden vor allem auf der Eisenerzgrube Bautenberg in Wilden und in den Gruben um Neunkirchen eine Anstellung. Mit dem Ausklingen des Bergbaus im 20. Jahrhundert waren das Baugewerbe und die Eisen- und Metallindustrie die Haupterwerbszweige der Gilsbacher.
(Teilzitate aus Dieter Pfau in: "Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein").